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Ein
hartes Sahnestück
Arbeitsgruppe
fand alten Flugzeugmotor / Präsentation bei Bundeswehr,
Von
Marion Voigt
Flugzeugabstürze
aus dem im Zweiten Weltkrieg in und um Oranienburg sind das Thema dem Rüdiger
Kaddatz seit über zwei Jahren fast seine ganze Freizeit widmet. Anfang
Januar berichtete der OGA über den Oranienburger und sein ungewöhnliches
Hobby. Seitdem hat der gelernte Metallurgie-Ingenieur fünf neue
Mitstreiter und recherchiert noch eifriger als bisher.
"Wir
sind mittlerweile ein richtiges kleines Team und können in Sachen
Flugzeugabstürze eine Menge Informationen liefern", schätzt Rüdiger
Kaddatz ein. "Drei Leute bilden eine Art Stammanschaft. Wir treffen
uns regelmäßig und klären Hinweise von Augenzeugen ab." Die
anderen drei würden je nach Einzelfall hinzugezogen. Während zur
"festen Mannschaft" ausschließlich Oranienburger zählen, sind
in der erweiterten Arbeitsgruppe auch Auswärtige vertreten.
Die
erste große Entdeckung kann die Gruppe mittlerweile auch schon verbuchen.
So fand sie vor einigen Tagen im Norden von Birkenwerder einen alten
Flugzeugmotor. "Als dort Wasserleitungen verlegt wurden, entdeckten
Anwohner, dass dort unten eine größerer Gegenstand liegt. Sie schickten
uns ein Foto, und wir begannen mit der Recherche", erzählt Kaddatz.
Er sei sich ziemlich sicher gewesen, dass "wir fündig werden".
Aus der Erde habe eine Ventilklappe geragt, die eindeutige Rückschlüsse
auf das Objekt zugelassen habe.
Beim
Ministerium für Wissenschaft und Kultur sei darauf eine Graberlaubnis
beantragt worden. "Und dann haben wir nachgeschaut was da in der Erde
liegt."
Mitglieder
des Fördervereins des Flugzeugmuseums Cottbus seien mit von der Partie
gewesen. "Denn wir wollten den Fund dem Museum ohnehin zukommen
lassen", so Kaddatz. "Das Museum kann sich über das Exponat
freuen. So ein Sahnestück findet man nicht alle Tage." Bei dem Fund
handelt es sich um ein BMW-801-Motor. Er ist 800kg schwer und noch in
einem tadellosen Zustand. "Wenn man bedenkt, das er vom Himmel
gefallen ist, sieht er noch sehr gut aus", freut sich Kaddatz.
Außerdem
seien früher solche großen Maschinenteile sofort wieder der Rüstungsindustrie
zugeführt worden. Und was diese nicht bekommen habe, sei nach dem Krieg
entsorgt worden. Kaddatz und seine Mitstreiter mussten diesmal einen
gewissen technischen Aufwand betreiben, um das schwere Stück zu bergen
und abzutransportieren.
Der
Motor stammt aus einem deutschen Jagdflieger, einer Focke Wulf 190. Der
Flieger wurde während des Krieges für die sogenannte Reichsverteidigung
entwickelt und kam vor allem bei der Abwehr von Bombern zum Einsatz.
Wie
der Motor nach Birkenwerder kam und dort jahrzehntelang unentdeckt blieb,
wollen Kaddatz und seine Leute in den nächsten Monaten feststellen.
"In der Fachliteratur sind in und um Oranienburg vier Abstürze
dokumentiert. Doch in unseren bisherigen Recherchen konnten wir weitaus
mehr Abstürze klären. Also wird es sich auch hier um ein noch ungeklärtes
Fliegerschicksal handeln", meint Kaddatz.
Die
Arbeitsgruppe "Flugzeugabstürze" wird sich während des Tages
der offenen Tür der Bundeswehrkaserne Lehnitz am kommenden Sonnabend, den
13. Juli, erstmals mit einem Infostand der Öffentlichkeit vorstellen. Als
Anschauungsobjekt wird unter anderem der Flugzeugmotor ausgestellt.
"Wir sind an weiteren Hinweisen, Zeugenaussagen und auch neuen
Mitstreitern interessiert", bekräftigt Kaddatz.
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